Stellungnahme der Organisation für Transformative Werke

Dies ist die Stellungnahme, die von Rebecca Tushnet im Auftrag der OTW (Organization for Transformative Works) zur Unterstützung des Vorschlags der Electronic Frontier Foundation (EFF) zur Einrichtung einer gesetzlichen Ausnahmeregelung für folgende Klassen vorgelegt wurde:

Auf DVD erschienene audiovisuelle Werke, bei denen das Urheberrecht zum Zwecke der Einbeziehung von Teilstücken in nicht kommerzielle und nicht urheberrechtsverletzende Videos umgangen wird.1

I. Interessenerklärung

Die OTW ist eine 2007 von Medienfans gegründete gemeinnützige Organisation, der es darum geht, die Akzeptanz von Fanschöpfungen als legitime kreative Aktivität zu fördern, Fankultur zu bewahren und Fanschöpfungen vor kommerzieller Ausbeutung und rechtlicher Anfechtung zu schützen. Die OTW glaubt fest, dass diese nichtkommerziellen Werke, die existierendem urheberrechtlich geschütztem Material benutzen, transformativ sind, und dass diese transformativen Werke nach dem US-Urheberrecht-Gesetz legitim sind. Die OTW bietet kostenlose Dienste für Fans an, die mit verbundenen rechtlichen Problemen oder der Aufmerksamkeit der Medien konfrontiert werden. Im Vorstand der OTW sitzen ProfessorInnen, RechtsanwältInnen, AutorInnen und ModeratorInnen von Fan-Communities.

Diese Stellungnahme stützt den Vorschlag, eine Ausnahme für nich tkommerzielle Remix-Videos einzurichten, die nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Indem sie diese Stellungnahme veröffentlicht, vertritt die OTW die Interessen vieler SchöpferInnen dieser Videos. Videos von Fans, auch „Vids“ genannt, die Ausschnitte beliebter Fernsehserien oder Filme beinhalten, brauchen und bearbeiten diese Ausschnitte und kommentieren oder kritisieren so das ursprüngliche Material. Diese als „Vidding“ bekannte Methode des basisdemokratischen Filmemachens basiert in der Regel auf digital von DVDs kopiertem Material. Die OTW und die Vidder, die sie vertritt, halten diese Werke für transformativ und die Nutzung des Ursprungsmaterials für legal im Sinne der Fair-Use-Klausel des Urheberrecht Gesetz. Demnach sollte der Vorgang, durch den dieses Material verfügbar gemacht wird, keinen rechtlichen Beschränkungen unterliegen. Dementsprechend unterstützt die OTW den Vorschlag der EFF, eine Ausnahme einzurichten, die das Entnahmen von Ausschnitten einer DVD für die Verwendung in nichtkommerziellen, unter Fair Use fallenden Remix-Videos erlaubt.

II. Vidding ist eine legitime künstlerische und kulturell wertvolle Tätigkeit, durch die sich eine etablierte und wachsende Gemeinde repräsentiert.

Vids sind von Fans geschaffene Musikvideos, für die Material aus Fernsehserien oder Filmen umgeschnitten und neu zusammengestellt wird, sodass eine Videomontage zu einem neuen Soundtrack entsteht. Obwohl sie Film-Trailern ohne Sprecher ähneln, bedienen sich Vids in der Regel schnellerer Schnittfolgen und ahmen so das höhere Tempo von Musikvideos nach, wobei wenig bis nichts von der Erzählstruktur des Ursprungsmaterials erhalten bleibt. Der Zweck von Vidding ist es, das ursprüngliche Material so umzuschneiden, dass eine neue Erzählung entsteht, in der Regel ein Kommentar oder eine Kritik dieses Ursprungsmaterials.

Das vieldiskutierte Vid „Women’s Work“ zum Beispiel basiert auf Supernatural, einer Fernsehserie über zwei Brüder, die Geister jagen. 2 Das Vid selbst enthält jedoch kaum Szenen mit den Protagonisten, sondern besteht aus zusammengeschnittenen Bildern von Frauen in zahllosen Folgen der Serie; Frauen, die nur erotisiert, dämonisiert oder als leidend dargestellt werden. Eine KommentatorIn beschreibt es als „eine Doktorarbeit über die Misogynie in einfachen, nicht hinterfragten Erzählstrukturen… das Vid demonstriert ausdrücklich und vizeral, inwieweit so viele bekannte und von uns weitererzählte Geschichten auf das Leiden von Frauen angewiesen sind.“3 In der Tat gelingt es den SchöpferInnen von „Women’s Work“ diese Botschaft viel knapper und womöglich auch effektiver zu vermitteln als es in einer geschriebenen Doktorarbeit möglich gewesen wäre. Eine dieser Vidderinnen, Sisabet, schrieb, dass es nicht nur ihre Absicht war, Supernatural auf der Metaebene zu kritisieren, sondern dass sich die Kritik auch auf das in den Medien verbreitete Phänomen des „Folter-Porn-a-thon“ bezieht, in dem „nur die Mamis an der Decke verbrennen und die Papis einfach tot umfallen dürfen. Das führt einfach dazu, dass man sich hinsetzt und wenigstens einen Teil davon hinweisen will.“4 Ihre Arbeit stellt nicht nur eine große kreative Bemühung dar, sondern auch ein Stück bedeutende Kulturkritik.

Um auf diese weise Kritik zu üben, muss man selbstverständlich das Ursprungsmaterial benutzen. Die Kraft von „Women’s Work“ entfaltet sich dadurch, dass es zeigt und nicht erzählt, und dass es die Feinheiten der visuellen Darstellungsmöglichkeiten in Supernatural auf eine Art bloßstellt, die man unmöglich in schriftlicher Form vermitteln kann. Die von der DVD der Fernsehserie kopierten Clips sind daher unentbehrlich für diese Kunstform. Das Vid ist sowohl hochgradig transformativ als auch ein offensichtlich kritischer Kommentar zum Ausgangsmaterial. Es nutzt das Material also auf eine Art, die nach dem in Campbell v. Acuff-Rose dargelegten Test fast sicher als Fair Use anerkannt werden würde.5 Für diesen Vorschlag ist es jedoch nicht notwendig festzustellen, ob dieses oder andere Vids tatsächlich Fair Use sind. Dieser Vorschlag bezieht sich lediglich auf Videos, die nicht das Urheberrecht verletzen; falls also ein Video als Fair Use anerkannt werden würde, würden die Techniken, die der/die VidderIn zur Erstellung benutzt hat, unter diese Ausnahmeregelung fallen. Wenn ein anderes Video nicht als Fair Use anerkannt wird, würde diese Ausnahmeregelung zu § 1201 nicht auf den/die VidderIn zutreffen. Diese Ausnahmeregelung wird nur auf diejenigen zutreffen, die das urheberrechtlich geschützte Material auf legale Art nutzen.

A. Die Vidding-Gemeinde stellt einen bedeutenden Teil der wachsenden Remix-Kultur dar.

Die Vidding-Gemeinde ist eine seit langem bestehende Kreativgemeinschaft, die sich bereits vor der Erfindung digitaler Videotechnologie gründete. Die frühen Vidder, die noch Videorekorder benutzten, übten diese Kunstform aus Liebe zur Sache aus. Nicht nur die Arbeit, auch die Verbreitung war schwierig; viele konnten ihre Vids nur auf Versammlungen und kleinen Fantreffen zeigen. Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelte sich die Gemeinde und blühte auf. In seinem 1992 erschienen Buch Textual Poachers über partizipative Kultur schrieb der MIT-Professor und Medienwissenschaftler Henry Jenkins über diese Gemeinde.6 Er beschreibt die Kunst des Vidding nicht nur als wichtige Form kulturellen Schaffens, sondern auch als einen Weg die Fangemeinde zu festigen und zu erhalten: Vidding ist etwas, woraus die Gemeinde Stolz schöpft und mit dem man die Gemeinsamkeiten der Gruppe ausdrücken kann.

Tatsächlich waren Fan-Gemeinden im Allgemeinen die Vorläufer der sich heute explosionsartig verbreitenden nutzergenerierten Inhalte. Obwohl es der Remix-Kultur überhaupt erst ermöglichte aufzublühen, war das Internet auch ein Segen für eine bereits existierende Kreativgemeinschaft. Die organisierte Verbreitung von von Fans geschaffenen Texten und Kunst lässt sich zu den Star Trek Fanzines der 1960er zurückverfolgen; wie Jenkins‘ Buch beweist waren Fanwerke schon ein Jahrzehnt, bevor man auch nur von YouTube träumte, ein Thema wissenschaftlicher Forschung.

Jetzt, da auch die durchschnittlichen ComputernutzerInnen Zugang zu den Mitteln der digitalen Bearbeitung und die Möglichkeit zur weiten Verbreitung haben, wächst die Vidding-Gemeinde genauso wie auch andere, stärker sichtbare Formen der Remix-Kultur. Dieses Wachstum liegt hauptsächlich darin begründet, dass die jüngere Generation so vertraut mit den digitalen Medien ist, und deshalb wird weiter anhalten. Ungefähr 64 Prozent der amerikanischen Teenager mit Internetzugang haben Inhalte im Internet geschaffen, und einer von vier jungen Menschen hat Inhalte zu eigenen künstlerischen Kreationen zusammengemixt.7

Die Vidding-Gemeinde etablierte schon Mitte der Siebziger etablierte, lange vor dem Internet, vor MP3 und YouTube und bevor die Idee des „Remix“ Mainstream wurde, und hielt sich bislang eher bedeckt. Außerdem meiden Vidder unter Umständen Seiten wie YouTube wegen der geringen Auflösung und der allgemeinen Qualität der Videos und verbreiten ihre Vids lieber in hoher Qualität als einzelne Downloads. Es gibt auch eine jährliche Convention in Chicago, die Vividcon, auf der Vidder sich in der Tradition von Fantreffen aus der Zeit vor dem Internet treffen, um ihre Werke mit anderen zu teilen und zu diskutieren. Vidding ist einer anerkannte Form der Remix-Kultur und wurde im Rahmen eines DIY („Do It Yourself“) Video Gipfels der USC School of Cinematic Arts im Februar 2008 neben anderen Genres wie Dokumentationen von Aktivisten, Jugendmedien, Machinima, politischen Remixe und Video-Blogging vorgestellt.8

Da sie nicht so sichtbar ist wie andere Online-Gruppen mag die Vidding-Gemeinde kleiner wirken als sie ist, doch das bedeutet nicht, dass diese SchöpferInnen eine gerechte Behandlung unter dem Urheberrecht weniger verdienen. Tatsächlich wurden Vidder vor kurzem in Zeitschriftenartikeln vorgestellt,9 und die Entstehung der OTW selbst zeigt, wie organisiert die Fangemeinde ist. Noch dazu sind viele neue Vidder, besonders unter den jüngeren Fans, nicht mit der Geschichte des Vidding vertraut. Sie sehen sich nicht unbedingt als Teil einer Vidding-Gemeinde, aber trotzdem haben sie dasselbe Recht auf Schutz für ihre kreativen, transformativen Werke — wie alle KünstlerInnen, die eine eigene, neue Sprache für den Umgang mit der Welt gefunden haben.

In Anbetracht der allgemeinen Verbreitung von nutzergenerierten Inhalten wird der Gebrauch von Videomaterial in transformativen Werken nur zunehmen und an Bedeutung gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Vid mit 55 Millionen Aufrufe unter den zwanzig meistgesehenen Videos aller Zeiten auf YouTube.10 Und obwohl YouTube nicht für alle Vidder das beliebteste Forum ist, gibt es auf der Seite zahllose Vids, von denen einige millionenfach gesehen wurden.11 Die Forschung des Anthropologen Michael Wesch legt nahe, dass täglich vielleicht mehr als 15.000 Remix-Videos auf YouTube hochgeladen werden, und die Wissenschaftlerin Francesca Coppa schätzt, dass anderswo im Netz bereits zehntausende Vids von bekennenden Viddern geschaffen wurden. Die Zahl könnte sogar in den Millionen liegen, wenn man die Vidder mitrechnet, die nicht Teil einer organisierten Gemeinschaft sind.12

B. Vidding ist ein wertvolles Bildungsinstrument.

Gruppen mit einer Kultur, die die Teilnahme betont, werden schon lange als potenzielle Orten zum Lernen anerkennt. Der Didaktikprofessor James Paul Gee nennt diese informellen Kulturen des Lernens Affinitätsräume und führt Fan-Gemeinschaften zusammen mit Gruppen von Wissenschaftlern und vernetzten Teams von Geschäftsleuten als Beispiel an.13 Diese Affinitätsräume werden von gemeinsamen Zielen zusammengehalten, die sich nicht nach einer demografischen Gruppe richten und die Teilnehmer ohne Berücksichtigung von Alter, Klasse, Ethnie, Geschlecht oder Bildungsniveau zusammenbringt. Anders als in Klassenräumen, wo Lernende einander selten etwas beibringen, ermutigen diese Gemeinschaften dazu, Wissen zu teilen. Die Fähigkeiten eines jeden Mitglieds werden so zu einer möglichen Wissensquelle für andere. 14

Die Vidding-Gemeinde ist ein ausgezeichnetes Beispiel für dieses Phänomen. Sogar in Zeiten, in denen es das Internet noch nicht gab, hielten Fans Workshops ab, um anderen ihre Technik beizubringen. So förderten sie eine Art von Lehrlingsbeziehung, bei der neue Fans Tricks lernen, indem sie Seite an Seite mit erfahreneren Viddern arbeiteten. 15 Heute hat sich die Vidding-Technologie stark verändert, aber um sie zu benutzen muss man immer noch komplizierte Software und Schneidetechniken beherrschen lernen. Das Internet hat es Viddern zudem leichter gemacht, gemeinschaftlich Verfahren zu erhalten und neue Mitglieder zu integrieren. Zum Beispiel gibt es allein auf der Blogging-Plattform LiveJournal eine Gruppe zu Vidding-Diskussionen („Vidding Discussion“) mit über 1600 Mitgliedern, und außerdem Gruppen, die speziell dazu dienen Neulingen etwas beizubringen, wie „Vidding Newbies“.16 Noch dazu posten versierte Vidder oft Anleitungen, in denen sie den Prozess der Erstellung eines bestimmten Vids und die darin benutzten Techniken erklären, sodass andere an diesen Beispielen lernen können. Tatsächlich war die Vidding-Gemeinde laut Coppa besonders wichtig als „weiblicher Trainingsplatz“ und hat ihnen wertvolle technische Fähigkeiten vermittelt: Web-Design, Programmieren und Video- und Bildbearbeitung.17

Es ist entscheidend zu verstehen, dass die transformative Natur von Vids ein Fundament dieser Gemeinschaft darstellt — es ist das Interesse an Kommentaren und Reaktion auf das zugrundeliegende Ursprungsmaterial, das die Menschen dazu bringt, an Vids zu erarbeiten und einander dabei zu helfen. In einem öffentlichen Park aufgenommenes Filmmaterial würde dieses Ursprungsmaterial nicht ersetzen können, da die Gemeinschaft von dem Kommentar bekannter Texte lebt. Women’s Work beispielsweise wurde als Reaktion auf das erschaffen, was den SchöpferInnen unkritisiert im Fernsehen präsentiert wurde, und andere Menschen sahen dieses Vid und reagierten darauf, weil sie das zugrundeliegende Ursprungsmaterial kannten.

Es ist unbestritten, dass das Remixen von bestehendem Material unerlässlich für den Erhalt von Gemeinschaften von KünstlerInnen und werdenden KünstlerInnen ist; Ausnahmen vom DMCA sollten diese Praktiken und ihre Vorteile anerkennen. Kreativgemeinschaften wie die von den Viddern geschaffene können gerade für junge Menschen nützlich sein. Wie oben schon bemerkt, wächst die Remix-Kultur weiter, wozu die Computererfahrung der mit dem Internet Aufgewachsenen einen großen Teil beiträgt. Die 25 Prozent junger Menschen die Medieninhalte remixen haben eine einzigartige Möglichkeit, persönliche Erfahrungen zu sammeln, zu lernen und Eigenständigkeit zu erfahren.18 PsychologInnen haben darauf hingewiesen, dass die Teilnahme an Gemeinschaften, die gemeinsame Interessen, Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und identitätstiftende gemeinsame Erzählungen unterstützen, für die Gesundheit förderlich ist. Deswegen sollten wir solche sozialen Einrichtungen für die Jugend unterstützen. 19In gleicher Weise haben LiteraturexpertInnen anerkannt, dass ein wichtiger Prozess kultureller Bildung für Jugendliche die Aneignung von Elementen aus bereits bestehenden Geschichten ist. Einige Pädagogen raten sogar zum Schreiben von Fanfiction in der Schule vor.20 Gemeinsames Interesse am Ursprungsmaterial verschafft neuen KünstlerInnen zu einem Publikum, welches ihre Begeisterung teilt; die Reaktionen dieses Publikums wiederum zeigen den KünstlerInnen, wie sie sich verbessern können. Die Transformation von bestehendem Material ist es, was diese Gemeinschaften zusammenhält — RezipientInnen helfen SchöpferInnen dabei sich zu verbessern, weil sie sich davon weitere Erläuterlungeren zu ihrem Lieblings-Ursprungsmaterial versprechen.21 Das Remixen von Videos fördert sowohl kulturelle als auch technische Kompetenz im Umgang mit Populärmedien.

1. Vidding fördert sowohl technische Fähigkeiten als auch Kreativität.

Das Vid „This is How it Works“ von Lim ist ein Beispiel dafür, wie kompliziert die Techniken sein können, die von Viddern angewandt werden.22 Es ist fast Einzelbild für Einzelbild aus dem Ursprungsmaterial hergestellt, welches nicht nur zusammengeschnitten sondern auch mit den Bildbearbeitungssoftwares Image Ready und Photoshop visuell nachbearbeitet wurde. Eine der innovativen Techniken dabei ist das Einfügen von Zahlen, die im Rhythmus der Hintergrundmusik pulsieren. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Aussage des Vids über das zwiespältige Wesen des Stargate-Atlantis-Charakters Rodney McKay, eines Wissenschaftlers, der gerne Musiker geworden wäre. Nach der Veröffentlichung des Vids schrieb Lim ausführliche Notizen über den Entstehungsprozess und erklärte Schritt für Schritt, wie sie die Effekte erstellt hat.23

„This is How it Works“ zeichnet sich nicht nur durch technisches Können, sondern auch durch künstlerische Sensibilität aus. In ihren Notizen schrieb Lim: „Wenn ich an bestimmte Begriffe denke, besonders an starke Gefühle und Erinnerungen, nehme ich sie oft auditiv oder rhythmisch wahr […] alles hängt für mich an der Musik und den Bewegungen. Ich bin von Natur aus keine Geschichtenerzählerin […] eher sowas wie eine Ausdruckstänzerin.“24 Zusätzlich zur musikalischen Interpretation stattet Lims Bearbeitung der Stargate-Atlantis-Ausschnitte diese mit einer vollkommen neuen visuellen Ästhetik aus. Eine Rezensentin hielt fest: „[D]as hier ist nicht einfach nur ein Vid — es ist schlicht und ergreifend Kunst.“25

Vidding und jede Art von Video-Remix können ein ideales künstlerisches Feld für diejenigen sein, die ein gutes Auge für Ästhetik oder ein Gefühl für den Fluss und die Bewegung von Musik haben. Wer ein wirkliches Interesse an Filmschnitt hat, findet hier ideale Übungsbedingungen. Schriftsteller brauchen Papier und Stift und Maler Leinwand und Farben; angehende Film EditorInnen brauchen für ihr Handwerk Filme, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie ein vollständiges Ensemble samt Crew haben, das ihre Ideen für sie umsetzt. Vidder sind normale Menschen mit oft erstaunlichem technischem und künstlerischem Talent, das ohne diese Art Kunst verborgen bleiben würde. Michael Wesch beschreibt in seinem Video „An Anthropological Introduction to YouTube“ („Eine anthropologische Einführung zu YouTube“), wie in den Kommentaren zu einem Vid ein/e ZuschauerIn begeistert beschreibt, wie wunderbar das Vid sei und dass die Schöpferin das unbedingt berufsmäßig betreiben solle. Auf die Frage, ob sie Künstlerin sei, antwortete die Vidderin „Nö, ich bin Hausfrau.“26

Viele digitale Medien werden immer öfter für ihren künstlerischen Wert geschätzt, und die SchöpferInnen profitieren vom schöpferischen Denken genauso wie von der Ausübung von technischen Fähigkeiten. Eine Vidderin — sie sagt von sich selbst, sie habe mit Vidding angefangen, weil sie nach einer kreativen Ausdrucksmöglichkeit gesucht habe, die nichts mit Schreiben zu tun hat — zählt in einem Interview auf, was sie alles gelernt hat: wie Bewegung Bilder verbinden kann, wie Farben Stimmungen erzeugen, wie Buchstabentreue Humor hervorbringen kann, wie oft die Handlungen der Charaktere wichtiger sind als ihre Dialoge und vor allem, wie man Ideen in einem neuen Medium ausdrücken kann.27

2. Die Vidding-Community fördert intellektuelle Diskussion im Bereich der Medien- und Kommunikationswissenschaften

Natürlich ist das Erlernen von Vidding-Techniken nicht die einzige pädagogische Möglichkeit, welche die Community bietet. Fans benutzen die Vids als Grundlage, um tiefergehende Themen im Ausgangsmaterial und -medium auszuloten und zu diskutieren. Die gleiche Vidderin betonte, dass das gleichzeitige Rezipieren und Produzieren in der Community eine Art von Dialog entstehen lässt, den sie sehr schätzt; und wie förderlich es für sie ist, ein direktes Publikum und greifbare Reaktionen auf ihre Kunst zu haben.28 Tatsächlich existieren diese Vids nicht im luftleeren Raum; die wirkliche Belohnung bekommt man, wenn man die Botschaft mit anderen Fans teilt. Viele Vids bekommen hunderte Kommentare von ZuschauerInnen, von denen viele einen Dialog mit dem/der VidderIn oder anderen ZuschauerInnen anfangen und somit zur Gesamtkritik der zu Ursprungsmaterial beitragen. Zum Beispiel hat das Vid „Women’s Work“, obwohl es so häufig für seine künstlerischen Qualitäten gelobt wird, die weiblichen Supernatural-Fans aufgrund seiner Aussage stark gespalten. Nachdem eine der Schöpferinnen (Sisabet) das Vid in ihrem Blog gepostet hatte, entstand eine Debatte über die Geschlechtertrennung im Horrorgenre, die sich bald zu einer sehr differenzierten Diskussion über visuelle Signale und Kameraeinstellungen bei der Darstellung von Gewalt entwickelte.29 Es war die Art von Diskussion, die man normalerweise in einem Hauptseminar der Kommunikations- und Medienwissenschaft erwarten würde.

C. Vids sind eine legitime Form der Kunstkritik.

Ob es darum geht, eine ernste, medienübergreifende Kritik wie in „Women’s Work“ zu formulieren oder die Nuancen eines einzelnen Charakters darzustellen wie in „This is How it Works“, Vids sind eine unkonventionelle, aber sehr effektive Möglichkeit, verschiedene Bedeutungsebenen eines medialen Textes freizulegen und zu kommentieren. Es steht außer Frage, dass sich unser Blick auf Medien verändert. Die Medienindustrie selbst fördert solche interaktiven Konzepte, von Realityshows, die auf Zuschauerabstimmung basieren und jetzt zu einer Art Mitmach-Abenteuer geworden sind, bis zu Shows, die auf virtuelle Welten ausgedehnt werden; sie alle verwischen die Grenze zwischen Produzent und Konsument. Vidding ist eine wichtige Erweiterung dieses veränderten Blickwinkels, weil es zeigt, dass diese KonsumentInnen/ProduzentInnen tatsächlich etwas Wichtiges zu sagen haben über das, was sie sich anschauen. Fanvids sind der effektivste Weg dafür: lass mich dir zeigen was ich sehe, anstatt dir zu erzählen was ich sehe.

In seiner Diskussion über frühes Vidding identifizierte Henry Jenkins einige der gängigen Formen von Kritik: das Umgestalten der Erzählung, um Nebencharaktere und Nebenhandlungen herauszustellen, das Erforschen von allgemeine konventionen populärer Medien, das bewusste Hervorrufen von gegensätzliche Reaktionen auf Wohlbekanntes, das Betonen von nicht-verbalen Aspekten der Aufführung, das Explizitmachen von unterdrücktem Subtext, oder die Isolierung eines bestimmten Elementes, um es neu zu interpretieren oder in einen neuen Kontext zu setzen. 30 Die Botschaft muss dabei nicht immer eine komplizierte sein, oft wird einfach eine Subtext-Beziehung zwischen zwei Charakteren beleuchtet.

Ein weiteres gutes Beispiel für ein Vid als Charakterstudie ist Seah und Margies „Handlebars“, dass nicht nur den Charakter des Doktors aus Doctor Who beleuchtet, sondern auch ein allgemeiner Kommentar über das Wesen von Macht und Verantwortung ist.31 Das Vid zeigt, wie Macht korrumpiert, allen guten Absichten zum Trotz. Es beginnt mit Bildern, welche auf den liebenswürdig-verrückten Charakter des Doktors verweisen und zeigt seine fröhlichen Begegnungen mit Begleitern und seine Momente des Triumphes, nachdem er die Welt gerettet hat. Es gleitet dann ab über die gefährlicheren Aspekte seiner Abenteuer und seine kleineren Machtdemonstrationen in eine Kollage aus Gewalt und Zerstörung, die durch sein Eingreifen im Namen des übergeordneten Guten entstanden ist. Der Doktor ist der Held der gleichnamigen Fernsehserie; das Vid stellt bereits bekannte Ereignisse in einen neuen Kontext und übt so starke Kritik an den moralisch fragwürdigen Seiten der Serie, die gerne übersehen werden. Das Vid reduziert das Verhalten des Doktors auf die relevantesten und bedeutungsvollsten Bilder und bringt so seine Kritik an dem Charakter auf eine anschauliche und bewegende Art zum Ausdruck. Die Texte der passend ausgewählten Musik unterstreichen und betonen das: „My cause is noble / my power is pure…And I can do anything with no permission…I can end the planet in a holocaust.“ [Meine Sache ist ehrenhaft / meine Macht ist rein… Und ich kann mir alles erlauben… Ich kann den Planeten in einem Holocaust enden lassen] Eine andere populäre Vidderin benutzt die gleiche Musik und Clips aus dem Film Iron Man, um eine ähnliche Entwicklung im Charakter von Tony Stark zu verdeutlichen;32 im Kontext dieser beiden Vids gab es viele Kommentare, die sich mit dem Gott-Komplex von Heldencharakteren beschäftigten.

Wie Jenkins in seiner Diskussion zu „Closer“ (einem Star Trek Vid, welches gewalttätige Begegnungen zwischen Kird und Spock erotisiert) feststellt: „[S]olche Arbeiten interpretieren zweifellos die Originalserie, allerdings nicht auf eine Art, welche die meisten Literaturexperten anerkennen würden. Sie versuchen nicht einfach nur herauszufinden, was die ursprünglichen Produzenten ausdrücken wollten. Sie beschäftigen sich mit Hypothesen, befassen sich mit ‚Was-wäre-wenn‘-Fragen und schlagen alternative Realitäten vor.“ 33 Tatsächlich fragt der Vorspann von „Closer“: „Was wäre geschehen, wenn sie es nicht mehr rechtzeitig nach Vulcan geschafft hätten?“; das Vid untersucht anschließend ein fiktionales Szenario als Antwort auf diese Frage. Es ist ein beunruhigendes Video für viele Fans und das ist ganz bewusst so. Es zieht Parallelen zwischen sexueller Gewalt und dem gewalttätigen Akt des Gedankenlesens und spiegelt einige der Themen, die in Verbindung mit der Star Trek Episode „Amok Time“ [Weltraumfieber] schon seit Jahrzehnten kontrovers im Fanfiction diskutiert wurden. Da das Vid Ursprungsmaterial der Originalserie benutzt, ist es ganz offensichtlich eine Neuinterpretation dieses Materials. Damit kommuniziert der Kommentar oder die Kritik ein grundlegendes Gefühl von Wahrheit, das sehr viel stärker wirken kann als geschriebene Kommentare.

III. Ohne die vorgeschlagene Ausnahme hat das DMCA eine negative Auswirkung auf Vidder, die unter Fair Use rechtmäßigen Gebrauch von DVD-Ursprungsmaterial machen

Vidding, seit drei Jahrzenten eine beliebte Kunstform unter Fans, existierte bis jetzt ohne großes Aufsehen auf eine ähnliche Weise wie andere Fanwerke, z.B. Fanfictions: in stillschweigender Duldung (manchmal sogar Einverständnis) der Rechteinhaber. In manchen Fällen hat allerdings ein übereifriges Absicherungsbedürfnis dafür gesorgt, dass die Grenzen /zwischen Massenkopieren (Piraterie) und nutzergeneriertem Inhalt wie Remix verschwimmen. Deswegen ist es wichtig, dass das Urheberrecht auch weiterhin diejenigen beschützt, die legitim von Fair Use Gebrauch machen. Es ist vernünftig, dass Film- und Fernsehstudios das Rippen von DVDs für illegalen Dateientausch verhindern wollen. Die vorgeschlagene Ausnahme würde sich allerdings nicht negativ auf diese Bemühungen auswirken und auch nicht §1201 für jene Remix-Videos außer Kraft setzen, die tatsächlich gegen das Urheberrecht verstoßen. Die Ausnahme würde nur für Videos gelten, die als Nichtverstöße identifiziert werden, deswegen bestünde keine Gefahr im Bezug auf den Missbrauch geschützte Inhalte. Einmal rechtsgültig, entstünde durch die Ausnahme kein Schaden bei den Rechteinhabern — ohne diese Regelung entsteht aber auf jeden Fall Schaden bei den Schöpfern von Vids und anderen nichtkommerziellen Remix-Videos.

A. Es ist unwahrscheinlich, dass Vidder auf andere Art Bildmaterial besorgen.

Einige haben tatsächlich die Möglichkeiten, an Film- und Fernsehclips auf andere Art und Weise heranzukommen als durch das Rippen von DVDs; indem sie z.B. einen Camcorder benutzen, um von einem Flachbildschirm abzufilmen, oder durch analoge Videoaufzeichnung. Es ist allerdings nicht nur unwahrscheinlich, dass die meisten Vidder von diesen Möglichkeiten wissen oder sie in Betracht ziehen, die nötige Ausrüstung haben oder bereit sind, die nötigen Zugeständnisse an die Qualität des Materials zu mache, sonder die meisten Vidder wissen auch nicht, dass diese Methoden rechtlich gesehen besser wären. Es scheint fair und vernünftig zu sein, für die DVDs zu bezahlen und dann leicht verfügbare Software zu benutzen, um Clips von der DVD zu ziehen. Tatsächlich ist die offensichtlichste Alternative das Herunterladen von Onlinekopien, z.B. von Bittorrent-Seiten. Solange es keine Ausnahmen gibt, sind die Anti-Umgehungsmaßnahmen für alle, die mit dem DMCA nicht vertraut sind, schlichtweg unbegreiflich: Wie kann es besser sein, etwas illegal herunterzuladen als eine DVD zu benutzen, die man ganz legal gekauft hat? Es sind HobbykünstlerInnen, die kein Geld mit diesen Videos verdienen, keine Urheberrecht-Anwälte. Es ist also nicht unangemessen davon auszugehen, dass sie mit einer Regel nicht vertraut sind, die dem grundsätzlichen Verständnis von Urheberrecht-Gesetzen zu widersprechen scheint. Viele Remix-KünstlerInnen erlernen sich ihre Kunstform eigenständig; selbst wenn sie sich schließlich größeren Kreativgemeinschaften anschließen, bilden sich diese sich um Kunst und Kommentare, nicht um Rechtsberatung.

Es geht aber nicht nur darum, dass die Regularien, solange es keine Ausnahme gibt, unlogisch sind. Es geht darum, dass die Anti-Umgehungs-Bestimmungen keinen abschreckenden Effekt haben — und haben können — auf Menschen, die sie nicht verstehen. Sie dienen einzig als Falle für diejenigen, die Gebrauch von ihrem Recht auf Fair Use machen (alle andern Rechtsverletzungen sind ja schon im Copyright geregelt).

Einer der Gründe, warum sich die die Vidding-Community in den letzten Jahren so vergrößert hat, ist die erhöhte Zugänglichkeit. Fast alle neue Computer haben standardmäßig DVD-Laufwerk und Videobearbeitunssoftware (Windows Movie Maker für PCs oder iMovie für Macs), und DVD-Software zum Rippen, z.B. DVD Shrink oder Handbrake, ist frei im Netz verfügbar. Die Zeiten sind vorbei, in denen man noch zwei Videorekorder verbinden und das Filmmaterial von Hand synchronisieren musste; heutzutage eine analoge Methode zu benutzen um Filmmaterial zu bekommen ist ein Rückschritt, selbst wenn die Ausrüstung dafür vorhanden wäre.34 Außerdem erfordert diese alternative Methode zusätzliche Ausrüstung, z.B. einen Camcorder. Vidder sind HobbykünstlerInnen, die kein Geld damit verdienen, und können sich zusätzliche Ausrüstung meistens nicht leisten. Außerdem ist die Qualität der Ergebnisse — besonders mit der Camcorder-Methode — deutlich schlechter als beim Rippen von DVDs.

Betrachtet man Remix-Videos an sich, ist es vielleicht nicht klar das es auf die Qualität der Videos ankommt; viele werden auf YouTube hochgeladen, wo die Qualität stark unter dem Komprimieren leidet. Viele Vidder vermeiden YouTube allerdings ganz oder benutzen die Seite nur als eine Möglichkeit von vielen für die Verbreitung ihrer Vids (obwohl selbst YouTube dem Drängen nach besserer Qualität nachgegeben hat und bessere Versionen erlaubt). Die Seite iMeem, die höherwertige Uploads erlaubt, ist bei Viddern sehr beliebt, die eine Streaming-Version ihrer Videos zugänglich machen wollen35; und selbst dann bieten sie normalerweise Originalversionen an, die man herunterladen kann. Für Vids ist die Bildqualität sehr wichtig. Ein Beispiel dafür ist Luminositys Vid „Vogue“, welches vom New York Magazine als eines der besten Web-Videos dieses Jahres beschrieben wurde.36 Es geht bei diesem Vid zentral um visuelle Wirkung; das Ziel ist es, „die Gewalt von 300 aufzubrechen, indem man bewusst konträr sowohl das Schlachtfeld als auch die Männer darauf ästhetisch erscheinen lasse“. 37 Darüber hinaus wäre es schwierig, Vids mit komplizierten visuellen Effekten wie „This is How it Works“ mit schlechterem Ursprungsmaterial zu gestalten. Ein vielleicht noch besseres Beispiel ist „Us“ vom gleichen VidderIn. Hier sind die einzelnen Bilder so modifiziert, dass sie wie Bleistiftzeichnungen und -bilder aussehen. Wenn man versucht, sowas auf YouTube in einer schlechteren Qualität zu schauen, 38 ist es sehr schwierig, die Bilder überhaupt zu erkennen.

Die künstlerischen Traditionen, die sich in den letzten vierzig Jahren Vidding entwickelt haben, stützen sich auf den technischen Fortschritt und die dadurch möglichere bessere Qualität. Neue Technologien ermöglichte auch Fortschritte in der Medienwissenschaft, die laut Aussage des US-Amerikanisches Urheberechtsamtes 2006 nicht daran verdrückt dürfen, dass es noch keine Ausnahme für die Verwendung von Clips im Unterricht gibt. Neue Technologien haben auch Fortschritte im Kunstschaffen ermöglicht, und wenn diese Fortschritte unter Fair Use fallen, haben sie genauso einen Anspruch auf Schutz.

B. Die meisten Vids fallen unter die Fair-Use-Bestimmung der Copyright-Gesetzgebung der USA.

Die OTW betont nochmals, dass unter der vorgeschlagenen Ausnahme das US-Amerikanisches Urheberrechtsamt nicht für ein einzelnes Video den Fair-Use-Status feststellen muss. Die vorgeschlagene Ausnahme setzt eine Feststellung von Fair Use voraus, bevor sie dafür angewendet werden kann, eine/n AnwenderIn von Fair Use vor weiteren Haftungen durch den DMCA zu schützen. Diese Diskussion zeigt lediglich, dass es zur Zeit viele Arten von Fair Use gibt, die von der vorgeschlagenen Ausnahme profitieren würden.

Schon seit längerem wird die Fair-Use-Bestimmung des Urheberrechts Act zum Schutz von transformativen Nutzungen von urheberrechtlich geschützten Inhalten benutzt.39 Nach der Vier-Faktoren-Analyse fällt das geschützte Material der Vids höchstwahrscheinlich unter diese Bestimmung: Der erste Faktor begünstigt nichtkommerziellen und transformativen Gebrauch,40 worunter Vids auf jeden Fall fallen. Wie in Teil II(C) beschrieben, werden Vids im Allgemeinen als Kommentare und Kritik hergestellt, was der vorteilhaften Verwendung entspricht, die auch in Campbell vs. Acuff-Rose festgestellt wurde.41 Darüber hinaus würde die vorgeschlagene Ausnahme nur für nichtkommerzielle Videos gelten, was die Fair Use-Annahme vorteilhaft. Der zweite Faktor verweist auf den künstlerischen Gehalt des Ursprungsmaterials, und ob dieses Werk vorher bereits publiziert wurde; Fair Use wird eher angenommen, wenn die Rechteinhaber das Werk bereits weit verbreitet hat. Im Bezug auf transformativen Werke wie etwa Parodien legen die Gerichte keine hohen Maßstäbe an den künstlerischen Gehalt des Werkes an; und Vids benutzen schon von Natur aus Material von Werken, die bereits weit verbreitet sind.42 Der dritte Faktor beschäftigt sich mit dem Umfang des benutzten Originalmaterials; auch das spricht zugunsten von Vids. Die überwiegende Mehrheit der Vids benutzt kurze Clips, die nur selten länger sind als ein paar Sekunden. Die Gesamtheit der Clips für ein einzelnes Vid stellen auch nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Ursprungsmaterials dar. „Handlebars“ beispielsweise beinhaltet nur drei Minuten und 27 Sekunden aus drei Staffeln Doctor Who (mit insgesamt über 30 Stunden Laufzeit).

Der vierte Faktor ist der potenzielle Marktschaden von der neuen Verwendung. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass ein Vid als Ersatz für das Originalwerk angesehen wird. Zum einen beinhaltet es nur einen geringen Teil Ausgangsmaterials, zum anderen geht es, wie oben erwähnt, beim Vidding nicht darum, die gleiche Geschichte wie im Originalwerk zu erzählen, sondern diese zu kommentieren und neu zu interpretieren. Es ist bekannt, dass Rechtseinhaber keine Lizenzen für kritische oder parodistische Werke vergeben, da es keinen Markt für autorisierte kritische Kommentare gibt und auch nicht geben sollte; sei es in Form von Videos oder wissenschaftlichen Aufsätzen. Darüber hinaus ergeben Vids oft wenig Sinn für Menschen, die das Ursprungsmaterial nicht kennen, oder nutzen Material von verschiedenen Quellen. Zum Beispiel ist es bei „Us“ fast unmöglich, jedes einzelne Urprungsmaterial überhaupt zu identifizieren. Viel eher sind Vids sogar hilfreich für den Markt, weil sie das Interesse der potenziellen ZuschauerInnen entfachen — und Vidder dazu bringen, DVDs zu kaufen, um davon Vids zu machen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele, wenn nicht sogar die meisten, Vids unter Fair Use fallen. Trotzdem ist es für das US-Amerikanisches Ureberrechtsamt nicht nötig, zu entscheiden, ob das der Fall ist. Ob ein bestimmtes Vid unter Fair Use fällt, wäre von Fall zu Fall von einem Gericht zu entscheiden. Diese Ausnahme gilt nur für solche Vids, die das Copyright nicht verletzen, daher reicht es aus festzustellen, dass es faire Argumente für Fair Use gibt. Damit sich ein Gericht aber überhaupt mit einer solchen Behauptung befassen kann, muss zuerst diese Ausnahme eingeführt werden.

C. Ohne diese Ausnahme riskieren Vidder unvorhersehbare Haftungsverpflichtungen

Wie oben schon ausgeführt, haben Vidder meist keinen Zugang zu Rechtsberatung. Außerdem verstehen die meisten die Feinheiten des DMCA nicht. Es ist nicht logisch, dass sowohl Urheberrecht-Gesetzgebung wie als auch der DMCA die Beschaffung von Clips von DVDs regeln, aber nur die Urheberrecht-Gesetzgebung für alle anderen Arten der Clip-Beschaffung (z.B. herunterladen aus dem Internet) verantwortlich ist. Diejenigen, welche die Gesetze tatsächlich verstehen könnte es vom Erstellen dieser nicht rechtsverletzenden Videos abschrecken; diejenigen, welche die Gesetze nicht verstehen, riskieren unvorhersehbare Haftungsverpflichtungen oder sind nicht in der Lage, eine eigentlich rechtsgültige Fair-Use-Verteidigung geltend zu machen. Auch wenn durch das Wachsen der Vidding-Gemeinde (siehe Teil II(B)) der Austausch über solche Themen einfacher geworden ist, bedeutet das nicht, dass jeder Vidder Mitglied der Gemeinde ist oder an Diskussionen teilnimmt, die über die Analyse einzelner Vids hinausgehen. Dazu kommt noch, dass die Vidding-Gemeinde, wie viele andere Gemeinschaften auch, nicht aus einer einzigen Gruppe besteht: dazu ist das Vidding-Universum einfach zu groß. Stattdessen ist sie in viele kleine Gruppen über das ganze Netz verstreut. Diese Gruppen bilden sich selbsttätig und sind nicht um eine einziges Zentrum gruppiert. Selbst technisch versierte KünstlerInnen verstehen oft nicht die Feinheiten eines nicht logischen Gesetzes, und selbst in Affinitätsräumen, die auf geteiltem Wissen beruhen, muss es erstmal irgendeinene Quelle des Wissens geben.

Das sehr reale Problem des Massenkopierens von unautorisierten Kopien führt oft dazu, dass Medienunternehmen pauschale, durchschlagende Maßnahmen ergriffen haben, um ihr geistiges Eigentum zu schützen. Viele dieser Unternehmen versenden en gros DMCA Löschmeldung an Onlinedienste; diese DMCA Meldung beruhen aber oft auf einfachen Suchabfragen anstatt individueller Prüfung der geziehlten Videos. Vids und andere Arten legaler Videos sind oft von solchen Aktionen betroffen. 2007 wurde beispielsweise ein Video von einem Baby, das zu einem Lied aus dem Radio tanzt, von YouTube wegen eines dieser DMCA-Löschmeldung heruntergenommen, obwohl diese Benutzung des Liedes ganz klar unter Fair Use fiel. 43 Ein US-amerikanisches Gericht hat nachträglich befunden, dass es die Pflicht eines Rechteinhabers ist, das mögliches Vorliegen von Fair-Use vom Ursprungsmaterial zu berücksichtigen, bevor ein DMCA-Löschmeldung verschickt wird.44 Dagegen steht zu Zeit der § 1210, der in seiner jetzigen Form diese Auflage im Bezug auf Remix-Videos effektiv aushebelt. Die Rechteinhaber können davon ausgehen, dass jedweder Gebrauch eines Film- oder Fernsehclips auf dem Rippen von DVDs beruht und somit schon an sich eine Verletzung des DMCA vorliegt, ganz egal, ob die tatsächliche Nutzung eine Urheberrechtsverletzung darstellt oder nicht. Genau wie die Mutter, die einfach nur ein Video ihres tanzenden Kindes hochgeladen hat, sind die meisten Vidder sich nicht bewusst, dass ihr Video gefährdet sein könnte — bis es zu spät ist. Auf YouTube ist es SchöpferInnen nicht möglich, ein Video wiederzubekommen, wenn es aufgrund von Urheberrechtsverletzungen heruntergenommen wurde; sie verlieren so die Frucht vieler Stunden Arbeit. Darüberhinaus verhindert der DMCA, dass der/die SchöpferIn sich gegen unfaires Herunternehmen verteidigen kann; wenn er oder sie sich nämlich an die Betreiber wendet und darum Gegendarstellungen gibt,um das Video wieder hochzuladen, riskiert er oder sie eine Klage wegen des Umgehens von Kopierschutz. Auch hier würden Menschen, die sich auskennen, wohl von ihrem Recht auf Gegendarstellungen Abstand nehmen; wer sich nicht auskennt und rechtmäßig davon überzeugt ist, seine Benutzung falle unter Fair Use, vergrößert so unwissentlich sein rechtliches Risiko. Die OTW hat es sich zum Ziel gesetzt, Fan-SchöpferInnen zu helfen, die sie um Hilfe bitten, aber wie oben ausgeführt passiert das meist erst, wenn es zu spät ist. Darüber hinaus sollte man von diesen SchöpferInnen nicht erwarten, durch einen harten Gerichtsprozess zu gehen um ein Hobby zu schützen, von dem sie keinerlei kommerziellen Nutzen haben.

Remix-KünstlerInnen sind wie Vidder in den Widersprüchen einer Medienkultur gefangen, die benutzergenerierte Inhalte gleichzeitig fördert und stigmatisiert. Macht ein nicht-kommerzielles Remix-Video dich zu einer „Person des Jahres“ im Time Magazine 45 oder zu einem Verbrecher? In seinem letzten Buch warnt der Urherberrechts-Experte Lawrence Lessig vor den Gefahren der letzteren Darstellung, besonders im Bezug auf Kinder. 46 Wollen wir wirklich KünstlerInnen auf diese Art und Weise stigmatisieren? Vidding ist etwas ganz anderes als illegaler Dateientausch. Die Unterscheidung zwischen illegalem Kopieren des gesamten Inhaltes und rechtmäßigem Remix ist entscheidend.

Lessig weist auch darauf hin, dass das Entfernen von rechtlichen Barrieren zu legalen Fanwerken mehr Fans zum Mitmachen bewegen könnte.47 Weniger Barrieren bedeutet mehr Fans, mehr Fans bedeutet mehr Einkommen für Urheberrechtsinhaber. Immerhin sind es genau diese Fans, welche die Inhalte konsumieren, DVDs kaufen, sich Filme mehrmals anschauen usw. Fangemeinden und Fanwerke haben schon oft dabei geholfen, populäre Franchises aufzubauen, unter anderem Star Trek, das über viele Jahre hinweg von kreative Fans am Leben erhalten wurde, bis schließlich die Rechteinhaber gewaltige Gewinne einheimsen konnten.48 Besonders Vidder, als Teil der gessamten Fangemeinde, sind sehr sehr dankbar und respektvoll gegenüber den Erschaffern ihres Ursprungsmaterials. Sie sind damit zufrieden, DVDs zu kaufen um das Material zu remixen, und anstatt sie deswegen zu entmutigen, sollte man sie lieber darin bestätigen.

Dazu kommt noch, dass die einzige Belohnung der Vidder die Freude an ihrer Arbeit und die Anerkennung und Schätzung anderer Fans ist, weil sie mit ihren Werken kein Geld machen. Ohne diese Ausnahme ist § 1201 eine Methode, um Vidder noch weiter in den Untergrund zu drängen. Wenn sie Angst vor rechtlichen Konsequenzen haben müssen, sind sie weniger geneigt, zu ihrer Arbeit zu stehen. Jedoch werden Vids kritisch gewürdigt und öffentlich für ihren künstlerischen Gehalt und ihren Beitrag zur Kultur gewürdigt. Als Luminosity beispielsweise im New York Magazine vorgestellt wurde, konnte sie nur ihr Fan-Pseudonym benutzen.49 Die meisten Vidder ordnen ihr Ursprungssmaterial sehr sorgfältig den entsprechenden Schöpfern zu. Sie sollten sich ebenfalls zu ihren eigenen, unter Fair Use fallenden Werke bekennen können.

IV. Zusammenfassung

Die Vidding-Gemeinde ist ein Beispiel für die Gruppen von KünstlerInnen, die durch das Fehlen der von der EFF vorgeschlagenen Ausnahmeregelung zu Schaden kommt. Vids, welche populäre Medien kommentieren und kritisieren und im Hinblick auf urheberrechtlich geschütztes Material unter Fair Use fallen, sind legitime kulturelle Beiträge. Im Sinne der US-Amerikanischen Urheberrecht-Gesetze,einer deren Zweck die Förderung von kreativer Arbeit ist, unterstützt die OTW die Annahme diese Ausnahme für rechtsgemäße, nicht-kommerzielle Remix-Videos.

 

 

 

 

Anm. der Übersetzung: Alle angegebenen Links sind auf Englisch.

1 Die OTW geht davon aus, dass das U.S-Amerikanisches Urheberrechtsamt dies der Klasse 11A zuordnet, obwohl die auf der Website des U.S-Amerikanisches Urheberrechtsamt verfügbare Zusammenfassung Beschreibungen beider von der EFF vorgeschlagenen Ausnahmen enthält. Siehe http://www.copyright.gov/1201/2008/comments/lohmann-fred-summary.pdf.
2 Anzusehen auf https://transformativeworks.org/node/552, zusammen mit anderen Vids, die im Rahmen dieses Texts zur Sprache kommen.
3 Aus einem Eintrag von Micole (Women’s Art and „Women’s Work“) auf Ambling Along the Aqueduct, http://aqueductpress.blogspot.com/2007/08/womens-art-and-womens-work.html (29. August 2007, 11:15).
4 Aus einem Eintrag von sisabet (New Vid! Women’s Work) auf Livejournal, http://sisabet.livejournal.com/365275.html (15. August 2007, 00:29).
5 Campbell v. Acuff-Rose Music, Inc., 510 U.S. 569, 579 (1994) (Die Feststellung von Fair Use bevorzugt für transformative Verwendungen, besonders für Kritik oder Kommentare zum Ursprungsmaterial, wo ein Werk „einen sozialen Nutzen bieten kann, indem es ein neues Licht auf ein vorhergehendes Werk wirft und dabei etwas neues entsteht.“)
6 HENRY JENKINS, TEXTUAL POACHERS 223-249 (1992) [im Folgenden JENKINS, TEXTUAL POACHERS].
7 JOHN PALFRY & URS GASSER, BORN DIGITAL: UNDERSTANDING THE FIRST GENERATION OF DIGITAL
NATIVES 112-113 (2008).
8 Siehe http://www.video24-7.org/overview/.
9 Siehe, z.B., Logan Hill, The Vidder, NEW YORK MAGAZINE, Nov. 12, 2007; Jesse Walker, Remixing Television, Reason Magazine, August/September 2008.
10 Verfügbar unter http://www.youtube.com/watch?v=v3ARyAb_1Bs. Am 19. Januar 2009 war das Vid auf dem 18. Platz der Liste Meistgesehener Videos aller Zeiten und hatte 55.453.888 Zugriffe. Es handelt sich dabei um eine Reihe Clips aus der Serie SpongeBob Schwammkopf, die mit dem Lied „Soulja Boy“ hinterlegt wurde.
11 Siehe z.B. Moonlight Shadow (Doctor Who), http://www.youtube.com/watch?v=8YyiFhfzQRA (1,066,864 views); Prison Break (Prison Break), http://www.youtube.com/watch?v=H0DnfS7dg9g (3,431,111 views); Soulja Boy Pooh (Winnie the Pooh), http://www.youtube.com/watch?v=316BF17k5d8 (12.094.377 Zugriffe);.
12 Fred von Lohmann & Jennifer S. Granick, Comment of the Electronic Frontier Foundation, In the matter of exemption on circumvention of copyright protection systems for access control technologies, 29, 34 (2008).
13 JAMES PAUL GEE, SITUATED LANGUAGE AND LEARNING 87 (2004).
14 Ebenda auf 89.
15 Siehe JENKINS, TEXTUAL POACHERS, obige Fußnote 6 auf 247.
16 Vidding – Community Profile, Livejournal, verfügbar auf http://community.livejournal.com/vidding/profile (1682 gelistete Mitglieder am 19. Januar 2009); Vidding Newbies, Livejournal, verfügbar auf http://community.livejournal.com/viddingnewbies/.
17 Walker, obige Fußnote 9.
18 PALTRY & GASSER, obige Fußnote 7.
19 Gareth Schott & Darrin Hodgetts, Health and Digital Gaming: The Benefits of a Community of Practice, 11 J. HEALTH PSYCHOL. 309, 314 (2006).
20 HENRY JENKINS, CONVERGENCE CULTURE 177 (2006); siehe, z.B., Margaret Mackey, Pirates and Poachers: Fan Fiction and the Conventions of Reading and Writing, 42 ENGLISH IN EDUCATION 131 (2008).
21 Rebecca W. Black, Access and Affiliation: The Literacy and Composition Practices of English Language Learners in an Online Fanfiction Community, 49 J. ADOLESCENT & ADULT LITERACY 118, 123-24 (2005).
22 Verfügbar auf https://transformativeworks.org/node/552.
23 How I Made My Vid, verfügbar auf http://www.kekkai.org/lim/notes/tihiw.html.
24 Ebenda
25 Eintrag von marecagee auf Livejournal (won’t you be my neigh-bor?), http://marecagee.livejournal.com/21414.html (31. Juli 2006 20:52).
26 Eintrag von Michael Wesch auf Digital Ethnography („An anthropological introduction to YouTube“ video of Library of Congress presentation), http://mediatedcultures.net/ksudigg/?p=179 (29. Juli 2008).
27 Eintrag von heresluck auf Livejournal (vidding in the Buffyverse and elsewhere), http://heresluck.livejournal.com/162208.html (2. Juni 2006 14:02); Eintrag von heresluck auf Livejournal (vidding questions and answers), http://heresluck.livejournal.com/218728.html (18. Februar 2007 14:19).
28 Ebenda
29 Eintrag von sockkpuppett auf Livejournal (New Vid – Women’s Work (Supernatural)), http://sockkpuppett.livejournal.com/442093.html?thread=4893421#t4893421 (13. August 2007 03:13).
30 JENKINS, TEXTUAL POACHERS, obige Fußnote 6.
31 Verfügbar auf https://transformativeworks.org/node/552. Siehe auch Eintrag von flummery auf Livejournal (new vid! Doctor Who, Handlebars), http://flummery.livejournal.com/26300.html. (18. August 2008 22:43).
32 Verfügbar auf https://transformativeworks.org/node/552.
33 Eintrag von Henry Jenkins auf Aca-Fan (How to Watch a Fan-Vid), http://www.henryjenkins.org/2006/09/how_to_watch_a_fanvid.html (18. September 2006 00:00).
34 Falls die Geräte überhaupt verfügbar sind. Normale Videorekorder werden überhaupt nicht mehr hergestellt. Siehe Darren Murph, Standalone VCR party finally ends, JVC shuts the door as it leaves, Engadget, 27. Oktober 2008, 4:35 PM, http://www.engadget.com/2008/10/27/standalone-vcr-party-finally- ends-jvc-shuts-the-door-as-it-leav/.
35 http://www.imeem.com/.
36 Verfügbar auf http://slumslashcity.com/lum/eyecandy/multi/vogue-xvid.zip.
37 http://www.imeem.com/francescacoppa/video/FROkKKC8/by_luminosity_vogue_shortfilm_video/
38 Verfügbar auf http://www.youtube.com/watch?v=_yxHKgQyGx0.
39 Siehe Campbell, 510 U.S. 569.
40 Ebenda; siehe auch Sony v. Universal, 464 U.S. 417 (1984) (Feststellung von Fair Use für nicht-kommerzielles zeitversetztes Aufnehmen.)
41 Campbell, 510 U.S. auf 579.
42 Ebenda auf 586 (künstlerische Arbeiten sind häufig von transformativen Verwendungen betroffen); Kelly v. Arriba Soft Corp., 336 F.3 811, 820 (9tes Bezirksgericht 2003) (veröffentlichte Werke sind eher von Fair Use betroffen, da „die erste Erscheinung des Ausdrucks des Künstlers bereits stattgefunden hat.“) Arica Inst., Inc. v. Palmer, 970 F.2 1067, 1078 (2tes Bezirksgericht 1992) (die Tatsache, dass das kopierte Werk ein „veröffentlichtes, der Allgemeinheit zugeängliches Werk war“ spricht zu Gunsten des Angeklagten im Hinblick auf den 2. Faktor).
43 Lenz v. Universal Music Corp., 572 F. Supp. 1150, 1152 (N.D. Cal. 2008).
44 Ebenda auf 1155.
45 im Jahr 2006 war die Time Person des Jahres „You“ („Du“) und bezog sich dabei auf nutzergenerierte Inhalte. Lev Grossman, Time’s Person of the Year: You, Time Magazine, 13. Dezember 2006, verfügbar auf http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1569514,00.html.
46 Siehe Lawrence Lessig, Remix: Making Art and Commerce Thrive in the Hybrid Economy (2008).
47 Ebenda auf 259.
48 Siehe allgemein Jacqueline Lichtenberg u.a., Star Trek Lives! (1975).
49 Logan Hill, obige Fußnote 7.