Archiv-Neuigkeiten Nr. 4 – Colocation und offene Betaphase

In diesen, unseren vierten Archiv-Neuigkeiten, freut sich die OTW sehr, den Erwerb unserer Server und die baldige offene Betaphase anzukündigen.

Jawohl, diese Extra-Sonderausgabe wird euch präsentiert von „We own the goddamn servers!“ („Die verdammten Server gehören uns!“ -Speranza) \o/ Dank der großzügigen Spenden aus dem Fandom und der harten Arbeit unseres Teams wird das Eigene Archiv (Archive of Our Own) bald auf die neuen Server umziehen. Das bedeutet, dass wir bald genug Server-Kapazität haben, um mehr BenutzerInnen aufzunehmen und die offene Betaphase einzuläuten! \o/

Wir wissen, dass ihr sicher Fragen zu den Details unserer Entscheidung habt und dazu, wie es jetzt weitergeht. In diesen Neuigkeiten sprechen wir über einige der wichtigsten Punkte, aber wenn ihr weitere Fragen habt, schreibt sie einfach unten in einen Kommentar (spezielle Fragen zum Design oder zur Benutzerfreundlichkeit des Archivs könnt ihr wie immer als Feedback direkt auf der Archivseite hinterlassen, damit es in unsere Fehlerbehebung und den Designprozess mit einfließt).

Warum ist es so wichtig, dass die Server uns gehören?

Unsere eigenen Server zu besitzen ist ein zentrales Anliegen der OTW als gemeinnütziger Fanorganisation. Wir glauben, dass Fanschöpfungen transformativ sind und dass transformative Werke legal und legitim sind. In der Vergangenheit waren Websites, die Fanwerke hosten, nicht immer daran interessiert, diese als legal anzuerkennen und dafür einzustehen. Anbieter nehmen schnell Fanwerke vom Netz oder löschen sie, wenn sie aus irgendeinem Grund dazu aufgefordert werden (z.B. wegen Urheberrechtsbedenken, Bedenken wegen anstößiger Inhalte, aus geschäftlichen Gründen oder aus Sorge um Anzeigenkunden). Das Ziel der OTW war es daher immer, Fanschöpfungen auf gemeinnützigen Servern zu hosten, die von Mit-Fans bezahlt und unterhalten werden.

Was ist die grundlegende technische Ausstattung?

Unsere Server sind in Colocation untergebracht. Kurz gesagt bedeutet das, dass wir die tatsächlichen Geräte besitzen und eine Colocation-Firma dafür bezahlen, diese unterzubringen. Wir müssen außerdem wiederkehrende Kosten für Bandbreite und Strom zahlen. Zwei wichtige Vorteile dieses Arrangements sind, dass die Geräte uns gehören und niemand, aus welchem Grund auch immer, daran herumpfuschen kann. Daneben bietet es auch bessere Möglichkeiten, unsere Ressourcen nach oben hin anzupassen für den Fall, dass wir diese für ein wachsendes Archiv brauchen. (Wenn ihr mehr über die Vorteile von Colocation wissen wollt, und warum es für ein Angebot wie das unsere die beste Lösung ist, liefert Synecdochic hier eine gute Erklärung [englisch].)

Was sind die Spezifikationen eurer Server?

Nach ausführlicher Recherche und Preisvergleichen haben wir zwei schicke neue Hewlett Packard ProLiant DL360 G5 Rack Server gekauft, jeder angetrieben von zwei Quad-Core Intel Xeon E5420 Porzessoren. Wir wollten sichergehen, dass wir genug Speicher für viele gleichzeitige NutzerInnen haben und flotte Festplatten, die einen schnellen Zugriff auf die Datenbank mit den Geschichten haben. Deshalb ist jeder Server mit 16GB RAM und 4 x 72GB 15k RPM Festplatten (als RAID 1+0 angeordnet) ausgerüstet.

Jeder Server wird sowohl unsere Webanwendung als auch unsere Datenbank beherbergen, aber einer wird hauptsächlich für Web, der andere hauptsächlich für die Datenbank benutzt werden. Sie stehen sich aber gegenseitig als Ausfallsicherung zur Verfügung.

Was kostet das alles?

Die zwei Server mit dem zusätzlichen Speicher (die Standardausstattung ist jeweils 4 GB, die wir auf jeweils 16 GB aufgerüstet haben) kosten 6330 US$, die Festplatten kosten zusätzlich 1835 US$, was zusammen eine Gesamtsumme von 8165 US$ ergibt (inklusive Lieferung).

Wir werden die anfänglichen Installations- und Aufstellungskosten bezahlen; die laufenden Kosten für die Colocation an sich betragen 228 US$ im Monat.

Was passiert jetzt?

Der Colocation-Anbieter wird die Server für uns installieren und so einrichten, dass unsere Systemadministratorinnen Fernzugriff auf die Server haben.
Wie oben angemerkt werden sie auch den Großteil der anfänglichen Software-Installation für uns vornehmen. Diese Dienstleistung kostet uns zwar Geld, aber um unsere Sysadmins zu entlasten ist es uns das wert.
(Da unsere großartigen Sysadmins innerhalb der Organisation überall gebraucht werden, versuchen wir, dieses kleine, aber unheimlich hart arbeitende Team zu schonen, wo es nur geht.)

Sobald die grundlegende Konfiguration abgeschlossen ist, wird unser Systems-Team die restliche Software und die Programmbibliotheken installieren, die für den Betrieb des Eigenen Archiv nötig sind. Danach werden sie damit anfangen, das tatsächliche Archiv auf die neuen Server zu verschieben.

Wie soll der Umzug des Archivs ablaufen?

  1. Unsere Sysadmins werden unseren stabilen Archivcode auf dem neuen Server ausbringen. Wir werden denselben Code verwenden, der bereits eine Zeit lang auf dem bestehenden Server lief, damit wir beim Umzug auftretende Bugs leicht identifizieren können. Wir werden auch die bestehenden Daten aus dem Archiv auf den neuen Server übertragen.
  2. Unser Test-Team und alle, die wir dafür gewinnen können, werden den Code eine Weile ausführlich testen, an jedem Teil des Archivs rütteln und allgemein sicherstellen, dass alles so funktioniert, wie es soll.
  3. Wir werden den Inhalt des Archivs aktualisieren und wieder mit der bestehenden Betaversion in Einklang bringen. Dabei wird der ganze Abfall, der beim Testen entstanden ist, gelöscht und die Adresse http://archiveofourown.org/ auf unser neues Zuhause umgeleitet.
  4. Wir gehen zur offenen Betaphase über! \o/

Was ist die offene Betaphase?

In der offenen Betaphase fangen wir an, unsere Benutzerzahl zu erweitern, damit das Archiv dem Fandom richtig zur Verfügung steht.

Die Anmeldung wird nicht ganz offen sein — wir müssen die Benutzerzahlen sehr behutsam steigern. Deshalb werden wir ein Einladungssystem verwenden, aber es werden bedeutend mehr BenutzerInnen werden als unsere gegenwärtige, winzige Testbevölkerung! Wir planen, im Laufe des ersten Monats von 277 auf etwa 2000 NutzerInnen zu wachsen und diese Zahl noch zu vergrößern.

In der geschlossenen Betaphase konnten wir entscheidende Programmentwicklungen an unseren Opfern Freiwilligen ausprobieren. Wenn wir in die offene Betaphase übergehen, haben wir die wichtigsten Archivfunktionen bereits eingeführt und eine Zeit lang getestet. In der offenen Betaphase werden wir sehen, wie das Archiv unter einer größeren Benutzerlast läuft.

Allerdings werden wir natürlich nach wie vor aktiv programmieren, neue Funktionen einführen und bestehende anhand eures Feedbacks verbessern — und dabei das Archiv genau beobachten, um zu sehen, ob und wie es funktioniert. Im Laufe dessen kann sich noch einiges verschieben.

Diejenigen unter euch, die momentan Dreamwidth benutzen, werden die offenen Betaphase mit begrenzter Nutzerzahl und relativ häufigen Code-Updates kennen.

Wann geht ihr zur offenen Betaphase über?

Wir hoffen, dass wir die offene Betaphase gegen Ende 2009 einläuten können! Dieses Datum ist vorläufig und hängt davon ab, ob der Umzug glatt verläuft, unsere ProgrammiererInnen nicht vor Erschöpfung sterben usw. Aber unsere brilliante ED&T (Erreichbarkeit, Design und Technologie)-Vorsitzende Maia hat detaillierte Zeitpläne aufgestellt und es sieht so aus als würden wir unser Ziel gut erreichen.

Wie komme ich an einen Nutzer-Account, sobald ihr in der offenen Betaphase seid?

Es ist uns wirklich wichtig, dass alle, die einen Account haben möchten, auch die Chance haben einen zu bekommen. Da wir die Nutzerzahl allerdings schrittweise erhöhen müssen, müssen wir die Anmeldung einschränken. Wir werden statt einer offenen Anmeldung ein für alle offenes Einladungssystem einführen. Ihr könnt also auf zwei Wegen an einen Account kommen:

  1. Alle Interessierten können ihre E-Mail-Adresse auf eine Liste setzen; wir verschicken dann der Reihe nach Einladungen, je nach dem, wieviele neue NutzerInnen das Archiv zu diesem Zeitpunkt aufnehmen kann. Hier gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ihr müsst also niemanden kennen, der oder die bereits einen Account hat, um eine Chance zu haben.
  2. Alle NutzerInnen eines Archiv-Accounts erhalten eine gewisse Anzahl an Einladungen, die sie an ihre Freundinnen und Freunde verteilen können. Wir wissen, dass Fans gerne ihre Begeisterung teilen und ihre Netzwerke auf neuen Plattformen ausbauen wollen, und wir möchten ihnen die Möglichkeit bieten, das zu tun. Wir werden regelmäßig neue Einladungscodes unter den NutzerInnen verteilen, je nachdem, wie viele neue Leute das Archiv tragen kann.

Wir freuen uns wie die Schneekönige, dass wir endlich unsere eigenen Server haben, und wir hoffen ihr seid genauso aufgeregt!

Unser ED&T-Mitglied Amelia verdient eine Riesenportion Anerkennung dafür, dass sie sich mit den ganzen Details herumgeschlagen hat — sie hat wie wild technische Vergleiche aufgestellt, zwischen allen Beteiligten vermittelt und allgemein die ganze Sache gedeichselt. Wir sind auch PRK und JP sehr dankbar, zwei Freunden der OTW, die nicht aus dem Fandom sind, uns aber großartig unterstützt und beraten haben. Und zu guter Letzt sind wir EUCH unheimlich zu Dank verpflichtet, unserer wundervollen Fandom-Gemeinschaft, denn durch eure Spenden habt ihr das überhaupt erst möglich gemacht. Wir freuen uns richtig darauf, in den kommenden Monaten zu sehen, wie sich das Archiv mit mehr und mehr großartigen Fanwerken füllt!

Wir hoffen, dass diese Neuigkeit einige eurer Fragen beantwortet hat. Bitte hinterlasst eure weiteren Fragen oder Kommentare hier. Wir werden zwar nicht jede einzelne Frage direkt beantworten, diese aber sammeln und in zukünftigen Ausgaben behandeln.